Zum Inhalt springen

Mehrwert der TCM für die praktische Hundefütterung

Müsste ich den Mehrwert, den das System der TCVM für die Fütterung unserer Hunde hat, kurz und knapp beschreiben, dann wäre es wohl: Das Tüpfelchen auf dem „i“.
Wobei es für manchen Hund sogar vielleicht noch viel mehr sein mag als nur das – je nach Vorgeschichte kann die Umstellung auf eine Fütterung, die auf der TCM-Diätetik basiert, sogar zum absoluten „Gamechanger“ werden.

Aber woher kommt das, was steckt dahinter? Was kann die TCM, was unsere wissenschaftlich fundierte und gut erforschte „westliche“ Ernährungslehre nicht kann?

Individuelle Fütterung durch Berücksichtigung des Konstitutionstyps

Der Mehrwert der TCM-Diätetik für die Hundefütterung besteht vor allem darin, dass sie uns dabei hilft, die Fütterung für jeden einzelnen Hund ganz individuell an seine Bedürfnisse anzupassen.

So können wir durch die Auswahl der für ihn geeigneten Futterbestandteile die Gesundheit eines Hundes bestmöglich präventiv unterstützen – oder aber auch dem Körper wieder zurück in sein natürliches Gleichgewicht verhelfen und vorhandenen Krankheiten entgegenwirken.

Dafür bietet die TCM uns mit den beiden Systemen von Yin und Yang sowie den 5 Wandlungsphasen hilfreiche Instrumente, mit deren Hilfe wir die aktuell vorherrschende Konstitution eines jeden Hundes ermitteln können.

Die Konstitution – Ungleichgewichte und Grundkonstitution

In Bezug auf Yin und Yang gilt es beispielsweise zu erkennen, ob eher eine Hitze- oder Kälteproblematik vorliegt, ein Fülle- oder Mangelzustand, ein äußerer oder innerer krankmachender Faktor. 

Die fünf Wandlungsphasen geben uns darüber hinaus Aufschluss darüber, in welchem Organ-Funktionskreis ein Problem bzw. Ungleichgewicht vorliegt. Da alle fünf Wandlungsphasen – auch „Elemente“ genannt – in ständiger Wechselwirkung miteinander stehen, müssen wir uns natürlich auch die Vorgeschichte des jeweiligen Hundes ganz genau ansehen, um Rückschlüsse auf eine mögliche Ursache ziehen zu können.

Zusätzlich dazu kann uns das System der fünf Wandlungsphasen auch Hinweise zur Grundkonstitution eines Hundes liefern, als sozusagen den „Normalzustand“ in Bezug auf seine körperliche Verfassung, seine gesundheitlichen Schwachstellen (ich nenne sie immer gerne „Sollbruchstellen“) sowie seine charakterliche Veranlagung.

Das Wissen über die Grundkonstitution ist nicht nur hilfreich im Zusammenhang mit der Fütterung und Gesundheitsprävention. Denn wenn ich weiß, was für ein Konstitutionstyp mein Hund nach dem System der 5 Elemente ist, kann ich auch seine individuellen Bedürfnisse viel besser abschätzen und ganz in seinem Sinne darauf eingehen – sei es im alltäglichen Miteinander, bei der Gestaltung des Trainings, bei der Planung gemeinsamer Aktivitäten oder sogar bei der Bearbeitung unerwünschter Verhaltensweisen.

Therapie aus dem Futternapf – Nahrung als Medizin

Das Wissen um den Konstitutionstyp eines Hundes gibt uns also Aufschluss darüber, von welchen Nahrungsmitteln er gesundheitlich profitiert und welche für ihn eher ungeeignet sind.

Anhand dieses Wissens können wir aus der „materia diaetetica“ nun diejenigen Lebensmittel auswählen, die aufgrund der ihnen innewohnenden Energetik dem gewünschten therapeutischen Ziel am ehesten entsprechen und welche die Grundkonstitution bestmöglich unterstützen.

Denn in der chinesischen Medizin gelten nicht nur zahlreiche Kräuter, Pilze, Mineralien und tierische Stoffe als Heilmittel! Auch sämtliche Nahrungsmittel wurden hier basierend auf einem mehrere Tausende Jahre alten Erfahrungsschatz gemäß der ihnen innewohnenden Energetik klassifiziert und können gezielt therapeutisch eingesetzt werden.

Eine klare Abgrenzung zwischen „Medizin“ und „Lebensmittel“ gibt es in der TCM also nicht…

"Lasst Nahrung eure Medizin sein und Medizin eure Nahrung"

Hippokrates von Kos

Auch die Art der Futterzubereitung wird entsprechend der benötigten Energetik ausgewählt.

In Bezug auf Yin und Yang liegt oftmals ein Ungleichgewicht vor, das es in die eine oder andere Richtung zu regulieren gilt. Hier müssen wir allerdings vorsichtig vorgehen, damit sich der Zustand nicht ins absolute Gegenteil verkehrt – dass wir also z.B. statt einem vorhandenen Yang-Übermaß mit Hitze und Trockenheit nun eine Kälte-Problematik (Yin-Übermaß) herbeiführen.

Die Grundkonstitution, die im Rahmen der TCVM-Anamnese ermittelt wird, gilt es dagegen ausgleichend zu unterstützen, und zwar in der Regel ein Hundeleben lang. Wobei es auch hier im Laufe der Jahre Veränderungen geben kann und nach einiger Zeit möglicherweise eine andere Wandlungsphase in den Vordergrund tritt als in einem früheren Lebensabschnitt.

Denn, wir erinnern uns: im Entsprechungssystem der TCM ist alles immer im Fluss, alles steht in Beziehung zueinander, das ganze Leben unterliegt den verschiedenen zyklischen Phasen des Wandels…

Imbalancen und Krankheitsmuster in den fünf Organ-Funktionskreisen, die durch die TCVM-Anamnese zum Vorschein treten, sollten natürlich ebenfalls ausgeglichen werden. Auch hier muss individuell vorgegangen werden, damit sich die ausgewählten Futterbestandteile zusätzlich auch noch mit den zuvor ermittelten Anforderungen für den Zustand gemäß Yin und Yang sowie gemäß der Grundkonstitution decken.

Regional-saisonale Fütterung im Einklang mit den Jahreszeiten

Die fünf Jahreszeiten der TCM

Ein weiterer wichtiger Aspekt der TCM-Diätetik, der einen bedeutenden Mehrwert für die Fütterung und die Gesundheit unserer Hunde bietet, ist die saisonale Fütterung im Einklang mit den Jahreszeiten.

Im Entsprechungssystem der fünf Wandlungsphasen finden wir auch die Jahreszeiten abgebildet (derer es in der TCM insgesamt fünf statt der bei uns üblichen vier gibt):

Frühling (Holz) – Sommer (Feuer) – Spätsommer (Erde)
– Herbst (Metall) – Winter (Wasser)

Das „fünfte“ Element, die Erde mit der Jahreszeit „Spätsommer“, die in etwa dem in Amerika bekannten „Indian Summer“ entspricht, hat hier einen gewissen Sonderstatus.

Die Erde – Element der Mitte und des Wandels

Gemäß der Philosophie der fünf Wandlungsphasen muss jedes Element erst in die Erde zurückkehren, um sich in das darauffolgende zu wandeln.

Deshalb finden wir in der TCM zwischen den uns bekannten vier Jahreszeiten (Frühling, Sommer, Herbst, Winter) jeweils eine etwa 18 Tage andauernde, sogenannte „Dojo“-Zeit. In diesen Phasen dominiert das Erd-Element, welches somit gestärkt werden sollte.

Diese Zeiten eignen sich daher auch besonders gut für Entgiftungs- oder Fastenkuren, welche die Mitte entlasten und stärken – natürlich immer gemäß den im Außen herrschenden klimatischen Bedingungen. Also mit gekochten Gemüse- und Reissuppen im Herbst/Winter – im Frühling/Sommer sind dann auch Rohkost, Säfte, grüne Kräuter etc. geeignet.

In dieser Betrachtungsweise der Jahreszeiten entspricht das Erd-Element also vorwiegend dem Übergang/Wandel. Es versteht sich als die Grundlage von allem, es herrscht gewissermaßen immer vor. Dies impliziert auch das Verständnis von der Erde als „Mitte“, die mit ihren Organen Milz/Pankreas und Magen als Dreh- und Angelpunkt für die Nahrungsaufnahme, Bereitstellung des Nahrungs-Qi sowie dessen Verteilung im Körper gilt.

Die dem Erd-Element zugeordnete fünfte Jahreszeit, der Spätsommer, lässt sich zeitlich am ehesten in die Dojo-Zeit zwischen den Jahreszeiten Sommer und Herbst einordnen.

Egal, welche Konstitution oder welches Krankheitsmuster vorherrscht – grundsätzlich gilt:
Die Mitte sollte immer gestärkt und gepflegt werden!

Jahreszeiten im Einklang mit den natürlichen Zyklen

Nach der chinesischen Betrachtungsweise erreicht eine jede Jahreszeit ihren Höhepunkt zu dem Zeitpunkt, an dem sie aus unserer Sicht kalendarisch erst anfängt. Der Höhepunkt des Sommers liegt somit auf dem Tag der Sommersonnenwende – wenn also die Tage schon wieder kürzer zu werden beginnen, der Höhepunkt des Winters dementsprechend auf dem Tag der Wintersonnenwende, ab dem das Licht wieder zurückkehrt.

Wer sich mit offenen Sinnen durch die Welt bewegt (und tun wir Hundehalter*innen das nicht ganz besonders?), wird schnell feststellen, dass diese etwas andere Jahreszeiten-Rechnung tatsächlich sehr stimmig ist und deutlich mehr im Einklang mit der Natur steht als unser kalendarisches System.

Fütterung im Wandel der Jahreszeiten

Indem wir uns in Bezug auf die Fütterung an den Jahreszeiten orientieren, betten wir unser Hunde ein in die Zyklen der Natur und stärken so ganz automatisch jeden Organfunktionskreis zu seiner ihm eignes zugeordneten Zeit.
Dies erreichen wir am besten, indem wir uns daran orientieren, welche Lebensmittel jeweils saisonal in unserer Region verfügbar sind.

Also: indem wir genau das füttern, was jetzt gerade in der Lebensumgebung eines Tieres wächst.
Noch ganzheitlicher kann Fütterung kaum sein!

Denn das, was gerade Saison hat, ist in der Regel auch das, was der Körper in der entsprechenden Jahreszeit benötigt: eine erfrischende Gurke oder Melone im Sommer, wohltuender Kürbis und Fenchel im Herbst. Frisches, junges Grün wie z.B. Babyspinat oder Löwenzahn unterstützt im Frühling das Holz-Element, während wärmende Maronen und Walnüsse im Winter das Wasserelement mit dem Organ-Funktionskreis Niere stärken.

Auch bei der Auswahl der Fleischsorte bzw. Proteinquelle können wir die energetischen Anforderungen der jeweils vorherrschenden Jahreszeit berücksichtigen. Hier ist eine „saisonale“ Auswahl natürlich nicht möglich, da uns – „dank“ der modernen Viehwirtschaft – alles zu jeder Zeit zur Verfügung steht.

Starke Werkzeuge für ein gesundes Hundeleben

Mit diesen drei soeben erörterten Grundprinzipien gibt uns die TCM starke und wirkungsvolle Werkzeuge an die Hand, mit deren Hilfe wir die Gesundheit unserer Hunde positiv beeinflussen können:

  • typgerechte Fütterung für die individuelle Konstitution
  • Einsatz von Lebensmitteln gemäß ihrer therapeutischen Wirkung
  • saisonale Fütterung im Einklang mit den Jahreszeiten

Das Großartige daran ist, dass wir sie ohne Einschränkungen parallel zu anderen diätetischen Maßnahmen aus der „westlichen“ Ernährungslehre einsetzen können.
Denn bei diesen geht es oftmals um ein besonderes Verhältnis der verschiedenen Makronährstoffe zueinander (also Proteine, Fette und Kohlenhydrate) sowie um veränderte Bedarfsgrößen in Bezug auf verschiedene Vitamine und Mineralstoffe.

Wenn wir diese Diät dann auch noch aus genau den Lebensmitteln zusammenstellen, die gemäß den TCM-Kriterien ideal zum Hund passen, können wir den bestmöglichen Effekt für die Gesundheit erzielen.

Und genau das ist es, was für mich den absoluten und mittlerweile unverzichtbaren Mehrwert der TCM für die Hundeernährung ausmacht!

Ernährungsberatung nach den Regeln der TCVM

Du möchtest Deinen Hund mit Hilfe der chinesischen Diätetik gesund durch das Jahr und durch sein ganzes Leben führen?

Wenn Du herausfinden möchtest, wie Du ihn in seiner Grundkonstitution und in Bezug auf eventuell vorhandene Krankheiten am besten unterstützen kannst, dann stehe ich Dir dabei gerne mit Rat und Tat zur Seite!

Im Rahmen der Beratungspakete „TOLLER TYP“ und „SPEZIELLE FELLE“ führen wir eine ausführliche TCM-Anamnese durch und Du erhältst von mir konkrete Fütterungsempfehlungen, die genau zu Dir und Deinen Hund passen.

Alle Beratungspakete findest du hier:

HINWEIS:
Eine Ernährungsberatung kann die medizinische Diagnose, Beratung und Behandlung durch einen Tierarzt nicht ersetzen. Die hier gegebenen Informationen stellen keine medizinischen Ratschläge dar, sondern sie dienen allein der Vermittlung von Wissen.

Alle Inhalte wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse bzw. im Falle von Inhalten zur TCM unter Berücksichtigung der jahrtausendealten Erfahrungswerte, der einschlägigen Fachliteratur sowie der Erfahrungswerte von Praktizierenden zusammengestellt. Dennoch kann keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen übernommen werden.

Die eigenständige Umsetzung von etwaigen Tipps zur Hundefütterung erfolgt auf eigenes Risiko. Bei gesundheitlichen Beschwerden des Hundes ist stets ein Tierarzt zu konsultieren.