Eine Futterumstellung beim Hund kann aus verschiedenen Gründen notwendig sein:
- Du möchtest Deinen Hund von Fertigfutter auf frisch zubereitete Rationen umstellen
- Aus gesundheitlichen Gründen ist eine Anpassung der Fütterungsart erforderlich
- Du bist mit der bisherigen Art der Fütterung nicht mehr zufrieden
Vielleicht hast Du auch im Rahmen einer Ernährungsberatung einen Futterplan erhalten und möchtest Deinem Hund nun den Übergang zum neuen Futter so leicht wie möglich gestalten.
Insbesondere bei empfindlichen Hunden hat es sich bewährt, das Futter nicht abrupt zu wechseln, sondern das neue Futter über einen längeren Zeitraum „einzuschleichen“.
Eine langsame Umstellung kann insbesondere auch dann vorteilhaft sein, wenn Dein Hund über einen längeren Zeitraum eher einseitig gefüttert wurde, z.B. ausschließlich mit Trockenfutter oder mit einer einzigen Sorte Nassfutter.

Inhalt

Welche Hunde benötigen eine langsame Futterumstellung?
Hunde, die schon in der Vergangenheit eher abwechslungsreich gefüttert wurden, haben meist weniger Probleme damit, sich schneller auf ein neues Futter einzustellen.
Ihr Verdauungstrakt ist bereits daran gewöhnt, verschiedene Sorten an Nahrung zu verwerten.
Bei Hunden, die zuvor eher einseitig gefüttert wurden, kann es dagegen bei einer zu raschen Umstellung des Futters bzw. einer abrupten Änderung der Fütterungsart zu allen Arten von Verdauungsbeschwerden und zu einer Veränderung der Kotkonsistenz bis hin zum Durchfall kommen.
Auswirkungen des Futterwechsels auf die Darmflora
Der Grund für diese eventuellen Verdauungsbeschwerden bei einer Futterumstellung ist, dass sich die Darmflora und auch die Verdauungsenzyme erst einmal an die neue Zusammensetzung der Nahrung anpassen müssen.
Die Mikrobiota, also die Zusammensetzung der Bakterien im Darm des Hundes, hat sich in der Vergangenheit genau auf die zu verdauende Nahrung eingestellt.
Die Bakterien, die für die Verdauung der neuen Art von Futter benötigt werden, müssen sich also erst einmal vermehren und ggf. auch andere, bislang vorherrschende Bakterienarten zurückdrängen. Bis diese Bakterien ausreichend vorhanden sind, kann es daher zunächst zu vermehrten Gärungsprozessen im Darm kommen und somit auch zu Blähungen, die sich aber nach einer kurzen Zeit legen sollten und in der Regel auch nicht schädlich für den Hund sind.
Mögliche Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit der Futterumstellung
Treten während der Umstellungsphase starke Durchfälle auf, kann dies zu einer Schwächung der Darmwand führen und im schlimmsten Falle die Entstehung von Allergien begünstigen. Bei Hunden, die zu Allergien neigen oder bei denen bereits eine durchlässige Darmwand („leaky gut“) festgestellt wurde, ist daher bei einer Futterumstellung besondere Vorsicht anzuraten.
Proteinmoleküle, die im gesunden Zustand die Darmwand nicht passieren können, geraten durch die krankhaft vergrößerten Öffnungen zwischen den Darmzellen („tight junctions“) nun in direkten Kontakt mit dem Immunsystem und können von diesem als „schädlich“ eingestuft werden. Es kommt zur Bildung von Antikörpern, die beim nächsten Kontakt mit demselben Protein eine Abwehrreaktion des Immunsystems auslösen – symptomatisch zeigt sich das als allergischer Schub.
Daher ist es prinzipiell ratsam, auf Nummer sicher zu gehen und das Futter langsam umzustellen.
Normalerweise reicht hierfür ein Zeitraum von einer Woche aus – bei weniger empfindlichen Hunden können auch drei bis vier Tage genügen, bei sehr empfindlichen Hunden kann die Phase der Umstellung dagegen auch auf einen Zeitraum von bis zu zwei Wochen ausgedehnt werden.
Die Umstellung des Futters erfolgt schleichend, indem der Anteil des alten Futters in der Ration langsam reduziert und der Anteil des neuen Futters entsprechend erhöht wird.
Wechsel von Trockenfutter zu Nassfutter – was ist zu beachten?
Es ist ein leider weit verbreiteter Mythos, dass Trocken- und Feuchtfutter nicht kombiniert gefüttert werden dürften. Dabei wird sich immer wieder auf die unterschiedlichen Verdauungszeiten berufen, die beide Arten von Futter im Magen-Darm-Trakt des Hundes haben.
Es stimmt zwar, dass die Verweildauer in Magen und Darm je nach Futterart unterschiedlich ist – das trifft aber auch auf die verschiedenen Zutaten einer aus verschiedenen frischen Lebensmitteln zusammengesetzten Ration zu. Fleisch, Kartoffeln und Gemüse z.B. haben jeweils andere Verdauungszeiten und werden mit entsprechender zeitlicher Verzögerung durch das Verdauungsrohr geschleust. Hierbei handelt es sich also um einen ganz normalen Prozess, der dem Hund keinen Schaden zufügt-
Es ist also überhaupt nicht schlimm, wenn Dein Hund während der Umstellungsphase Trocken- und Nass-/Frischfutter gemischt bekommt – sofern er dabei nicht unter Verdauungsbeschwerden leidet!
Konkreter Zeitplan für die Futterumstellung
Wie ein Zeitplan für den Wechsel auf ein neues Futter im Einzelnen aussehen könnte, kannst Du dieser Tabelle hier entnehmen:

"KI-Talk" zur Futterumstellung
Themen zur Hundeernährung von künstlicher Intelligenz einfach erklärt
Hilfreiche Downloads für die Futterumstellung
Hier kannst Du Dir eine erläuterte Kurzanleitung sowie einen praktischen Futterwechsel-Kalender herunterladen, der Dir die Futterumstellung im Alltag ein wenig erleichtert.
Drucke Dir den Kalender einfach aus, trage die genauen Daten und Futtermengen für die Umstellungsphase ein und hänge ihn gut sichtbar dort auf, wo Du ihn bei der Futterzubereitung im Blick hast – also beispielsweise am Kühlschrank oder über der Küchenarbeitsplatte.


Ernährungsberatung im Zusammenhang mit dem Futterwechsel
Solltest Du noch weitere Unterstützung bei der Futterumstellung benötigen – wie zum Beispiel einen individuell auf Deinen Hund abgestimmten Zeit- und Mengenplan für die Umstellung, dann kontaktiere mich gerne!
Und auch für jegliche andere Art der Beratung stehe ich Dir und Deinem Hund gerne mit Rat und Tat zur Seite – von einer Rationsüberprüfung über eine Darmsanierung bis hin zur speziellen Diätetik im Krankheitsfall.
Alle Beratungspakete findest du hier:
HINWEIS:
Eine Ernährungsberatung kann die medizinische Diagnose, Beratung und Behandlung durch einen Tierarzt nicht ersetzen. Die hier gegebenen Informationen stellen keine medizinischen Ratschläge dar, sondern sie dienen allein der Vermittlung von Wissen.
Alle Inhalte wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse bzw. im Falle von Inhalten zur TCM unter Berücksichtigung der jahrtausendealten Erfahrungswerte, der einschlägigen Fachliteratur sowie der Erfahrungswerte von Praktizierenden zusammengestellt. Dennoch kann keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen übernommen werden.
Die eigenständige Umsetzung von etwaigen Tipps zur Hundefütterung erfolgt auf eigenes Risiko. Bei gesundheitlichen Beschwerden des Hundes ist stets ein Tierarzt zu konsultieren.